Zirl Sozialzentrum
Sozialzentrum
A-Zirl
Wettbewerb 2003
Die Anordnung der Wohnbereiche um den großen Innenhof unterstützt den Gemeinschaftsgedanken und erlaubt es gleichzeitig, den natürlichen Grünraum einzubeziehen.
Wohnen im „eigenen Haus“
Grundgedanke für den Entwurf 'Sozialzentrum Zirl' ist die Schaffung eines Gebäudes, das den Senioren bei Absicherung, Unterstützung und Pflege das Gefühl des „Wohnens im eigenen Haus“ vermittelt. Der klare, kompakte Baukörper fasst inhaltlich drei Einzelhäuser mit jeweils eigener Pflegestation zusammen und ist durch ein einfaches Erschließungs- und Wegesystem geordnet.
Mit der sinnfälligen Platzierung im nordöstlichen Bereich des Grundstücks wird den typischen Merkmalen: Topographie, Ausrichtung, Belichtung und Besonnung, Rechnung getragen. Unter Einbeziehung des westlichen Nachbargrundstücks entsteht mit den neu geschaffenen, nach Südwesten orientierten Park- und Grünflächen ein ganzheitliches Gestaltungs-konzept. Unterstrichen wird der Entwurfsgedanke durch die Bauform, die Gruppierung um einen großen, nach Süden gerichteten Innenhof und das räumliche 'Abheben' der Wohnbereiche.
Gemeinschaftliches Leben, Wohnküche mit Wintergarten und Terrasse, direkt angeschlossene Pflegestützpunkte, Rückzugsmöglichkeiten in den privaten Wohn-/Schlafbereich, Verabredungen in der Cafeteria, Aufenthalte in wintergartenähnlichen Bereichen mit Ausblick in die Bergwelt, sowie die Teilnahme an allgemeinen Aktivitäten lassen eine Atmosphäre des Wohlbefindens aufkommen. Die Aufteilung in überschaubare Einheiten - jeweils 10 Zimmer pro Ebene / 20 pro Station - erleichtern die Orientierung und lassen so „nachbarschaftliche Beziehungen“ zu.
Die Verwaltung mit Besprechungs- und Beratungsbereich ist über den Haupteingang im EG direkt zu erreichen, eine Störung des Wohnbereichs wird so vermieden. Der im östlichen Untergeschoss befindliche Küchentrakt lässt sich über die Tiefgarage sehr einfach andienen, die Lager und Technikräume sind im westlichen Keller untergebracht.
Im Rahmen des vorliegenden Entwurfskonzeptes erscheint dem Verfasser eine Erweiterung der Tiefgarage in südlicher Richtung sinnvoll. Die bestehende Feuerwehrzufahrt auf dem Nachbargrundstück bleibt so unangetastet. Ohne großen Aufwand ist in Teilbereichen eine Erhöhung der Stellplätze von 31 auf 42 möglich (11 Doppelparker).
Außenanlagen
Dem Geländeverlauf entsprechend orientiert sich der Außenraum nach Südwesten zur Sonne hin. Eine sanft geschwungene Natursteinmauer grenzt den oberirdischen Parkierungsstreifen zum höher gelegenen Garten hin ab. Innerhalb der Gebäudeform entsteht ein geschützter Terrassenbereich, der sich durch Öffnen der Fassade mit der Seniorenstube sowohl räumlich (Sommer) als auch optisch (Winter) verbindet. Der natürliche Grünzug „fließt“ ohne Hindernis bis in das offen gestaltete Erdgeschoss.
Materialien
Eine helle und freundliche Atmosphäre vermitteln die vorgesehenen natürlichen Materialien: Rahmen aus lasiertem Sichtbeton (Leichtbeton), Holzverkleidungen (z.B. Lärchenschindelung), mineralische, pastell abgetönte Wandbeläge, rutschsichere Holzpflaster-böden.
Die reliefartige Ausformulierung der Fassade des ersten und zweiten Obergeschosses bewirkt eine spielerische Tiefenwirkung und nimmt so dem geradlinigen Ensemble die Strenge.
Die Holz/LM-Konstruktion der großflächigen Fassadenteile erlaubt Ein-/ und Ausblicke, das Leben im Sozialzentrum wird nach außen ablesbar, „Schwellenängste“ werden vermieden.
Die Flurzonen im Wohnbereich sind durch die Rücksprünge der Türen differenziert, Ausblicke an den Enden der Flure in alle Himmelsrichtungen erleichtern die Orientierung.
Auf die Anforderungen der ökologischen Bestimmungen wird überwiegend mit passiven Mitteln, insbesondere über die Ausbildung der Gebäudehülle, reagiert. Darüber hinaus sind auf der Dachfläche des nach Süden orientierten „Langhauses“ alle Möglichkeiten zur direkten Ausnutzung von Sonnenenergie in verschiedenen Varianten denkbar.
Vorgeschlagen wird eine extensiv begrünte Flachdachkonstruktion (alt.: eine solide, flachgeneigte Dachkonstruktion mit Metalleindeckung).






