Tuttlingen Feuerwache
Neubau der Feuerwache
Tuttlingen 2008
Wettbewerb 1. Preis
In unmittelbarer Nähe des Polizeistandortes an der Stockacher Straße entsteht der Neubau der freiwilligen Feuerwehr - ein moderner Rettungsbetrieb, der funktional und gestalterisch allen Anforderungen gerecht wird.
Durch die signifikante Ausformung als langer, schlanker und transparenter Baukörper wird der Neubau seiner besonderen Rolle im städtischen Kontext gerecht und stellt Bezüge zur vorhandenen Bebauung der Polizei her. Die längsgerichtete Fahrzeughalle bildet den räumlichen Abschluss nach Osten. Zusammen mit dem südlich in den Hang gebauten Serviceriegel rahmt sie den großen Übungshof ein. Die Bebauung der Polizeistation im Westen wird raumbildend in das Konzept einbezogen.
Die Anordnung der einzelnen Funktionsbereiche ergibt sich aus der besonderen Topographie und den Anforderungen von Raumprogramm und Organisationsdiagramm.
Das Feuerwehrhaus bildet mit der vorhandenen Topographie eine Einheit, Hang und die begrünte Dachfläche über der Fahrzeughalle gehen ineinander über. Die einreihige Halle wird im hinteren Bereich mit Durchgangstoren ausgestattet und kann durchfahren werden. Die Vorfläche der Fahrzeughalle ist darüber hinaus durch eine offene Durchfahrt von den Werkstatt- und Serviceplätzen erreichbar.
Die Lage der Werkstatt-, Service- und Lagerbereiche nutzt den Höhenversprung der Hangkante. Räumlicher Abschluss auf der Westseite sind Schlauchwerkstatt und Übungsturm. Ein schlanker Verwaltungsbau bildet den Kopf der Feuerwache.
Verkehrskonzept
Die jetzige Lage der gemeinsamen Alarm-Ausfahrt und Rückfahrt mit einer Breite von ca. 15m gewährleistet einen reibungslosen Verkehrsfluss, sowohl zur Stockacher Straße als auch zur Straße ‘Im Jungen Steigle’.
Durch die Positionierung der „schlafenden Ampel“ lässt sich der Kreuzungsbereich im Alarmfall (von der Zentrale gesteuert) vom Verkehr freihalten.
Die Notausfahrt zur Stockacher Straße befindet sich an der westichen Grundstücksgrenze. Alarmzufahrt sowie Ein- und Ausfahrt der Besucher (PKW) erfolgen separat von der Stockacher Straße aus. Die gute Einsehbarkeit und Lage dieser Zufahrt macht eine Zusammenlegung möglich.
30 Besucherparkplätze und 10 LKW-Stellplätze sind auf dem Areal vorgesehen.
Die 40 Alarmparkplätze befinden sich in unmittelbarer Nähe zum Eingang und ermöglichen kurze Wege in den Umkleidebereich.
Die Sicherung der Parkplätze erfolgt über zwei zentral gesteuerte Schrankenanlagen. Zwischen Parkplätzen und Hof befindet sich eine Toranlage.
Außenflächen
Für die befestigten Außenflächen schlagen wir ein Drainpflaster mit, auf die jeweiligen Radlasten abgestimmtem Unterbau, vor. Alle notwendigen Installationen wie Hydranten, Saugstellen und Energieversorgungsstellen sind im Bereich des Übungshofes vorgesehen. Unterschiedliche Bodenbeschaffenheiten für Rüstfahrzeuge sowie spezielle Einrichtungen für den Übungsbetrieb werden vorgehalten.
Der Parkplatz wird direkt von der Stockacher Straße erschlossen und tangiert weder Übungsfläche noch Alarmzufahrt. Alle Zu- und Einfahrten sind videoüberwacht und zugangsgesichert. An der westlichen Grundstücksgrenze neben dem Übungsturm befindet sich eine befahrbare, natürliche Böschung, die eine Verbindung zum oberen Hangbereich darstellt. Dieser kann für Freizeit und Sport, aber auch als Ergänzung zum Übungshof genutzt werden.
Baukonstruktion
Die klare Struktur des Entwurfes wird mit hoher architektonischer Qualität in eine signifikante Materialsprache übertragen und führt zu einer Signalwirkung der Feuerwache im städtischen Raum. Die charakteristischen kubischen Entwurfselemente - geschlossen, offen, transparent und transluzent führen zu einem spannungsvollen Wechselspiel. Die lineare Profilverglasung, die im Bereich der Attika zu einem umlaufenden 'roten Band' zusammengefasst ist, verbindet die verschiedenen Funktionsbereiche.
Wagenhalle:
Die Fahrzeughalle ist als Stb- Stahlkonstruktion vorgesehen. Den oberen Abschluss bildet eine verstärkte Trapezblechlage mit oberseitigem Warmdachaufbau, extensiver Begrünung und Photovoltaikanlage. Die Fassaden bestehen aus transparenten U-Profil-Verglasungen mit Toranlagen. In diesen Elementen sind die erforderlichen Lüftungselemente eingestellt, die Fassade ist tageslichtoptimiert. Der Charakter eines offenen Hauses wird betont, die Feuerwehr ist in das aktive Stadtleben der Bevölkerung einbezogen und bietet selbst interessante Einblicke.
Service/Werkstatt/Lager:
Für den südlichen, in den Hang gefügten Gebäudeteil kommt eine massive wärmedämmende Stb-/ Ortbeton/Stahl-Verbund-Konstruktion zum Einsatz. Wie auch bei der Fahrzeughalle bestehen die Fassaden aus transparenten 2- schaligen U-Profil-Verglasungen mit steuerbaren Toranlagen im Bereich der Serviceplätze. Die natürliche Belichtung und Belüftung der Arbeitsbereiche ist so gewährleistet.
Verwaltung:
Der Verwaltungstrakt wird als herkömmliche Mauerwerk-/Stb- Konstruktion mit WDVS ausgeführt. In den Fassadenbändern kommt eine Wärme-/Sonnenschutz- Sicherheitsverglasung LM- PR-Konstruktion zum Einsatz. Die großflächigen, transluzenten Fassadenflächen werden als U-Profil- Verglasung, 2-lagig, teilweise mit Licht streuenden Isolierplatten (TWD), hergestellt.
Böden:
Im Verwaltungs-, Aufenthalts- und Schulungsbereich kommt Bitu- Terrazzo zum Einsatz, für die Böden der Fahrzeughalle, in den Werkstatt-, Lager und Umkleidebereichen ist eine Epoxydharz/ PUR-Beschichtung vorgesehen.
Baustufen
In der ersten Baustufe werden Fahrzeughalle, Werkstatt-/Servicebereich und Verwaltungstrakt realisiert. Die ‘Wachstumsreserve Fahrzeughalle’ wird durch Platzierung der Erweiterungshalle im Osten, in Verlängerung der Werkstätten ‘in den Hang hinein’ erreicht. Bei der Option Berufsfeuerwehr wird der Verwaltungstrakt nach Süden verlängert. Bei einer zukünftigen Erweiterung könnte auf den Ankauf des Grundstücks 6582 verzichtet werde










